Jerusalem ist nicht „einfach“ Israels Hauptstadt

von admin am Januar 16, 2018, 27 Kommentare

Warum der Konflikt zwischen Israel und Palästina erst geklärt werden muss, bevor Jerusalem zu irgendeiner Hauptstadt wird

Dieser Beitrag stellt die persönliche Meinung des Verrfassers dar und nicht die Position der Jungen Union Schleswig-Holstein. Unser Blog dient zum Austausch verschiedener Meinungen und ist bewusst kontrovers.

Gerne sei auch auf den Beschluss der Jungen Union Schleswig-Holstein „JUSH fordert Anerkennung von Jerusalem als Hauptstadt Israels“ (http://www.ju-sh.de/artikel/jush-fordert-anerkennung-von-jerusalem-als-hauptstadt-israels) und auf den Blogartikel von Philipp Höffken „Jerusalem – jüdische Hauptstadt seit 3000 Jahren“ (http://jush-blog.de/2017/12/jerusalem-als-israelische-hauptstadt/) verwiesen.

 

Nachdem in der WELT veröffentlichten Artikel, bezüglich meines Beitrags auf dem Blog der Jungen Union Schleswig Holstein, melde ich mich noch einmal, um meinen Standpunkt zu verdeutlichen und Missdeutungen entgegen zu wirken.

Einerseits möchte ich unterstreichen, dass mein Artikel nicht die Haltung der Jungen Union Schleswig Holstein wiederspiegelt. Der Landesvorstand hatte sich nach Trumps Verkündung entschieden, auf ihrem Blog zwei verschiedene Sichtweisen zu dieser Entscheidung vorzustellen und hatten mich gebeten, den kritischen Blickpunkt auf die Situation zu schildern. Meiner Meinung nach ist dabei nicht in Frage zu stellen, ob man beide Sichtweisen darstellen darf, sondern ob ein solcher Blog der richtige Ort für solche Debatten ist.

Andererseits möchte ich klar formulieren, dass die im WELT Artikel unterstellte Anti-Israel-Propaganda in keiner Weise meine Intention war. Der Artikel hat dies durch eine einseitige Auslegung meines Beitrags so darstellen können. Jedoch drücke ich klar aus, dass die Existenz Israels keineswegs in Frage zu stellen ist. Deren Daseinsberechtigung ist nicht im Allgemeinen zu debattieren, sondern die Begründungen dafür von verschiedenen Gruppen. Vor allem stelle ich die Lebenssituation der Palästinenser dar, welche zweifellos in einer Entscheidung, wie Trump sie getroffen hat, beachtet werden muss und mir gefehlt hat.
Im Allgemeinen plädiere ich weniger dafür, pro-israelisch oder pro-palästinensisch zu sein, da auch in diesem Konflikt nichts schwarz weiß betrachtet werden kann, sondern nach einem pro-Frieden zu streben, was nur mit einer Lösung beider dort lebenden Völker zu vereinbaren ist.

Das mit dem Artikel veröffentlichte Bild, dessen Betrachtung ein Großteil des Textes ausmacht, wird meiner Meinung nach überinterpretiert. Das Kufiyatuch trage ich keineswegs als Ausdruck von terroristischen Organisationen, sondern als Bekundung meines Verständnisses für Palästinensische Interessen.

Ich würde mich über eine konstruktive und respektvolle Debatte freuen.

Theresa Priebe

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Von Theresa Louise Priebe, Mitglied der Jungen Union Rendsburg-Eckernförde und Volontärin in Bethlehem, Palästinensische Autonomiegebiete.

Der kleine David liegt am Boden, zappelt, wirft mit Steinen um sich und versucht immer wieder aufzustehen. Der Fuß Goliaths hält ihn jedoch am Boden. Die anderen Kinder auf dem Schulhof filmen, wie David aggressiv wird, wie er schreit, wie seine einzige Waffe ein paar Steinchen sind. Das Gezappel geht Goliath auf Nerven. Er springt einmal hoch und landet mit voller Wucht auf Davids Oberkörper. Jetzt zappelt nichts mehr. Goliaths Sprung haben die anderen Kinder nicht mehr gefilmt.

11 Israelis wurden im Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Oktober 2016 von Palästinensern getötet, 131 wurden verletzt. Israelis haben 94 Palästinenser getötet und 3203 verletzt.[1] Mit richtigen Waffen kann man eben auch mehr anrichten als mit ein paar Steinen. Trotzdem ist Palästina als die gewaltbereite, undemokratische Region bekannt und wird auf die Terrororganisation Hamas reduziert. Palästinenser sind nicht alle Hamas – die Wenigsten sind es sogar. Ich bin Volontärin in Bethlehem im Westjordanland und habe die Menschen hier kennen gelernt. Sie wollen nicht die gesamten israelischen und palästinensischen Gebiete, sie wollen keine Juden aus dem Land vertreiben oder gar töten. Sie wollen schlichtweg kein besetztes Volk mehr sein, sondern eines mit Rechten und Bewegungsfreiheit, ob in einer Einstaat- oder Zweistaatenlösung. Trumps Anerkennung Jerusalems als die israelische Hauptstadt hat die letzte Hoffnung der Palästinenser genommen, dass es dazu noch kommen wird. Zwar waren die USA auch seither nicht neutral – mehr als die Hälfte der amerikanischen Hilfsgelder für das Ausland gehen an Israel – , jedoch befand es kein Präsident vor Trump für richtig, Israel auch so weitgehend zu unterstützen, Jerusalem als dessen Hauptstadt anzusehen, obwohl der Jerusalem Embassady Act von 1995 dies so vorsah. Wieso?

Jerusalem ist geteilt in Ost und West. Westjerusalem ist israelisches Territorium. Die dort lebenden Menschen haben eine israelische Staatsbürgerschaft. In Ostjerusalem leben hauptsächlich Palästinenser. Sie besitzen keine Staatsbürgerschaft sondern lediglich eine Aufenthaltsgenehmigung, auch wenn sie bereits seit Generationen dort leben. Diese kann von Israel entzogen werden, wenn sie sich beispielsweise 7 Jahre nicht in Ostjerusalem aufgehalten haben. Insgesamt gibt es 420.000 Ostjerusalemer, welche als staatenlos gelten und durch eine Mauer zu ihren Familien im Westjordanland getrennt sind.[2] Diese Mauer verhindert nicht nur, dass Palästinenser nach Ostjerusalem gelangen, um dort ihre Familien, die Al Aksa Moschee oder Grabeskirche zu besuchen, sondern hat auch die Wirtschaft Ostjerusalems lahmgelegt. 75% der Menschen leben dort unter der Armutsgrenze, während in Westjerusalem nur 22% der Israelis als arm gelten. Palästinenser bringen trotz all dem circa 50% der Steuern Jerusalems auf, wovon allerdings nur wenig wieder in deren Infrastruktur investiert wird. Jerusalem ist also getrennt, nicht nur geografisch, sondern vielmehr zwischen den Menschen. Dies wurde von Trump allerdings nicht erwähnt, als er die ganze Stadt als Hauptstadt anerkannte. Jedoch erklärt es, warum vorherige amerikanische Präsidenten dies nicht schon früher umgesetzt haben, denn wie kann eine Stadt zur Hauptstadt eines Landes werden, wenn ein großer Teil davon nicht einmal zum Land gehört?

Das Verwunderliche ist, dass an dieser Stelle nicht nur von Israelis selbst, sondern von Menschen aus der ganzen Welt mit den Heiligen Schriften wie der Torah und Bibel argumentiert wird. Es wird gezählt, wie häufig Jerusalem im Koran, der Thora und der Bibel vorkommt. In der Thora wird das Wort „Jerusalem“ am häufigsten genannt: ”Und der HERR wird aus Zion brüllen und aus Jerusalem seine Stimme lassen hören, daß Himmel und Erde beben wird. Aber der HERR wird seinem Volk eine Zuflucht sein und eine Feste den Kindern Israel.“ (Joel 3:16)

Israel wurde gegründet, weil Juden vor allem im nationalsozialistischen Deutschland verfolgt und ermordet wurden. Ein sicherer Rückzugsort für sie war in einem eigenen Staat dringend gefordert. Die Existenz Israels ist also in keiner Weise in Frage zu stellen und das wird von den Palästinensern, die ich kennen gelernt habe, auch nicht gemacht. Die Existenz Israels ist jedoch nicht damit zu begründen, dass dies in der Torah oder Bibel so beschrieben wird. Basierend auf der Heiligen Schrift, an welche in dieser Region eine große Mehrheit nicht glaubt, ist kein Staat zu gründen.

Auch das Argument der Zionisten, in das Land zurückkehren zu dürfen, da sie von dort vor 2000 Jahren vertrieben wurden, ist vor dem Hintergrund, dass damals die Bevölkerungsverteilung insgesamt noch ganz anders aussah, ebenfalls nur schwer nachvollziehbar. Kein Native American würde auf die Idee kommen, Amerika zu beanspruchen, weil sie von dort einmal rechtswidrig vertrieben wurden.

Für Trump war die Entscheidung ein schlauer Zug bezüglich der Beziehungen zwischen Israel und den USA. Diese sind von Waffenhandelsverträgen und Einfluss der amerikanischen Wirtschaft geprägt. Zudem dient Israel schlichtweg als ein Stützpunkt der Amerikaner im Nahen Osten.

Bevor man den Status Jerusalems verändert, muss der Status des Landes geklärt sein. Als Hauptstadt von Israelis und Palästinensern in einer Einstaatlösung oder als getrennte Hauptstadt in einer Zweistaatenlösung. Hierfür müssen sowohl die Interessen der Israelis, als auch der Palästinenser, der Christen, Muslime und Juden angehört und bedacht werden. Die ungeklärte Situation im Land schlichtweg unbeachtet zu lassen, um ein Wahlversprechen einzulösen, ist selbstbezogen und kurzsichtig – und keinesfalls mutig oder bewundernswert. Die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels ist ein weiterer Schritt für die Erweiterung des Staates. Allerdings wird nicht beachtet, dass sich dort ausgebreitet wird, wo bereits Menschen leben.

Es ist sinnvoll und geboten, sich – auch in Deutschland – beide Seiten anzusehen, auch wenn die deutsche Berichterstattung zumeist die israelische Seite in den Blick nimmt. Setzten Sie nicht alle Palästinenser mit der Hamas gleich und gehen Sie Gesprächen mit ihnen nicht aus dem Weg. Für solche Gespräche müssen wir die Palästinenser jedoch erst einmal aufstehen lassen – auf Augenhöhe mit Israel. Dies ist ohne eine Einstellung der amerikanischen Importe von Waffen und Geld jedoch nicht möglich, denn einen weiteren Kampf wird David gegen Goliath im Heiligen Land nicht gewinnen.

[1] https://www.hrw.org/world-report/2017/country-chapters/israel/palestine (05.01.17)

[2] http://www.aljazeera.com/indepth/features/2017/05/jerusalem-capital-israel-170524091310050.html(05.01.17)

 

27 Kommentare zu “Jerusalem ist nicht „einfach“ Israels Hauptstadt

  1. Da sitz ich mit einem israelischen Kaffee in der Hand in unserem schönen Schleswig-Holstein, auch im Schnee noch schön und muss von der JU etwas lesen, was von islamistischer Propaganda kaum zu unterscheiden ist, nicht mal optisch. Eine junge Dame mit Arafat-Tuch schreibt also ihre Gedanken zu Jerusalem. Vergisst dabei offentsichtlich nicht nur die Gechichte Deutschlands während des 3. Reiches, sondern auch die der Teilung unserer Hauptstadt Berlin in Ost und West. Dieses Modell möchte sie gerne übernehmen für die Hauptstadt Israels, dessen Existenzrecht EBEN DOCH in frage gestellt wird. Denn ein Staat, der sich nicht gegen Gefahren von außen und innen adäquat verteidigen kann, der wird nicht überleben. Vergesswen tun sie auch, dass arabische Staaten einen Tag nach Staatsgründung Israel angegriffen haben, danach nochmal 1967 im 6-Tage-Krieg und 1973. Alle Verteidigungskriege hat Israel gewonnen und erst danach war Jerusalem von völkerrechtswidriger Besatzung Jordaniens befreit. Es gäbe noch so vielö mehr zu sagen, ich beschränke mich mal auf: Ziemlich schwach, im Geiste von Terrororganisationen geschriebenes Pamphlet, juden und israelfeindlich. Hätte ich von der Linkspartei erwartet, nicht von der Jungorganisation der Partei, die früher mal christlich war. Zurück in die Schule, blos nie rein in Staatsverantwortung mit Euch!

  2. Vielleicht sollte sich die JU Schleswig-Holstein eher mit Landespolitik beschäftigen, der Blick über den landespolitischen Tellerrand ist hier nicht wirklich geglückt. Weil die Autorin keine Palästinenser kennengelernt hat, die das Existenzrecht Israels in Frage stellen, sei dieses Existenzrecht auch nicht in Frage gestellt. Das kann man wohl kaum einen seriösen Debattenbeitrag nennen, oder? Wirklich putzig wird es, wenn die Autorin fordert „beide Seiten“ zu betrachten, sie tut währenddessen das genaue Gegenteil..

  3. Fun Fact am Rande: Joel ist nicht Bestandteil der Torah. Bitte mal vor Ort nachfragen.

    »Israel wurde gegründet, weil Juden vor allem im nationalsozialistischen Deutschland verfolgt und ermordet wurden.« Und Herzl hat das schon vorher gewusst?

    Der Staat Israel ist keine Theokratie und begründet seine Existenz nicht mit der Torah. Ich fürchte, wenn wir alles, was an diesem Artikel hier problematisch ist, ansprechen, dann wird der Kommentar länger als der ursprüngliche Text.

  4. Wenn man schon, wie im letzten Absatz schreibt, man solle sich beide Seiten anschauen, dann sollte man diesen Anspruch auch an sich selber stellen. Dazu gehört dann auch, dass man ein paar wichtige Punkte, zum vermeintlichen „David“ (alleine die Formulierung geht eigentlich gar nicht) nicht unterschlägt. Hier mal eine kleine, bei weitem nicht vollständige Liste:

    – Durch die Palästinensiche Autonomiebehörde werden weiterhin Renten an die Familien von Terroristen gezahlt. Dafür muss man nicht mal Palästina mit der Hamas gleichsetzen, hier ist die „moderate“ Fatah verantwortlich. (http://www.tagesspiegel.de/politik/renten-fuer-gewalttaeter-ueberweist-abbas-eu-hilfsgelder-an-terroristen/14650790.html)

    – Bisher wurden sämtliche Vorschläge für eine Lösung des Konflikts von Palästinensischer oder Arabischer Seite abgelehnt. Vom Uno-Teilungsplan 1947 bis zu Camp David 2000.

    – Für den Rückzug aus Gaza wird sich in Regelmäßigen Abständen mit Raketen und Angriffen durch Tunnel bedankt.

    Der Verweis, dass der Beitrag eine persönliche Meinung ist entlässt niemanden aus einer redaktionellen Verantwortung. Ein solch einseitiges Pamphlet sollte eigentlich nach Lesen des ersten Absatzes im Müll landen.

  5. Es scheint ja auch bei der JU noch vernünftige Leute zu geben. Vielen Dank für den Artikel.
    Die „Welt“ schäumt natürlich wieder (https://www.welt.de/politik/deutschland/article172649553/Mitglied-der-Jungen-Union-naehrt-Judenhass-in-Blog-auf-JU-Webseite.html).

    „Auf ihren Schultern trägt sie ein Palästinensertuch. Dies ist ein übliches Modeaccessoire bei Antisemiten und Israelhassern aller Couleur – von Linksextremisten über Islamisten bis hin zu Neonazis.“

    Dann ist eine Israelfahne wohl auch ein Accessoire von Palästinenserhassern und Besatzungsbeführwortern.

    • Zwar kann man über die Meinung der Autorin und einige Vergleiche (native americans) streiten, aber jetzt per se Antisemitismus zu unterstellen ist auch schon etwas übertrieben und typisches Beispiel für die deutsche Debattenkultur. Die sofortige deutsche Reaktion mit Denkverboten nervt nicht nur bei der Flüchtlingsfrage, sondern leider auch beim Thema Israel. Natürlich ist der Status Ost-Jerusalems nicht geklärt und auch Teile der israelischen Parteienlandschaft kritisieren die aktuelle Entwicklung. Der Siedlungsbau ist auch nach herrschender Meinung nun mal ein Völkerrechtsbruch.

      Unabhängig von diesen Fakten ist der Ton von Frau Priebe doch etwas unangemessen (Steinchen etc.) und emotional aufgeladen.

      Aber das gerade die Welt den Artikel so an den Pranger stellt, entbehrt nicht einer gewissen Komik. Der Schreibstil mit der übertriebenen Dramatisierung könnte ja fast von ihr übernommen sein…

  6. Liebe Leute,
    Als ehemaliges JU-Mitglied (vor 8 Jahren aus Altersgründen raus) bin ich entsetzt, was hier unter JU-Banner veröffentlcht wird. Wäre ich weniger erzogen, könnte ich viel schreiben über die selbst-dargestellte Persönlichkeit der Autorin, z.B. anhand des Bildes etc. – Sei’s drum. Ich hoffe, sie hat bewusst einkalkuliert, dass sie damit lange wird leben müssen, und dass sie das nicht wieder los werden wird. Wenn es einkalkuliert ist: OK, Respekt, aber selbst schuld.

    Zu den Inhalten und den Fehlern ist alles gesagt.

    Egal wie „provokativ“ der Artikel ist – Der geht nicht. Bitte löschen, schon um Eure JU-Kollegin zu schützen.

  7. Es bringt mich in eine bittere und traurige Stimmung, etwas derart Israelfeindliches lesen zu müssen. Aber Emotionen beiseite: Was hat sich die junge Autorin bloß dabei gedacht? „Bewußt kontrovers“ möchte sie herüberkommen – doch sie wirkt auf mich wie Klein Erna, die sich in ein politikwissenschaftliches Kolloquium verirrt hat. Fremdschämfaktor: so groß wie Goliath…

  8. „11 Israelis wurden im Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Oktober 2016 von Palästinensern getötet, 131 wurden verletzt. Israelis haben 94 Palästinenser getötet und 3203 verletzt.“

    Dass es sich bei den getöteten Israelis häufig um Sicherheitskräfte oder Zivilisten gehandelt hat, bei den „Palästinensern“ jedoch um Terroristen, die versucht haben diese zu töten, scheint Frau Priebe entgangen zu sein. Schade – denn ein getöteter Terrorist ist etwas anderes als ein getöteter Soldat/Zivilist.

    Bemerkenswert finde ich auch die Forderung Israel nicht mehr durch Waffen und Geld zu unterstützen, damit „David Palästina“ den Kampf gegen „Goliath Israel“ gewinnen kann. Ob Frau Priebe schon einmal darüber nachgedacht hat, was das Ergebnis dieses Sieges wäre – die Vernichtung Israels nämlich?

    Denn die Hamas und ein beträchtlicher Teil der arabischen Palästinenser sehen jegliches israelische Gebiet als unrechtmäßig besetzt an und wollen es nach Eroberung einem noch zu gründenden arabischen Staat zuschlagen. Wie Frau Priebe hier durch Gespräche zu einem anderen Eindruck gekommen sein will, erschließt sich mir nicht. Aber man sieht natürlich auch nur, was man sehen will.

  9. Die amerikanischen Importe von Waffen und Geld? Also sind die USA schlichtweg ein Stützpunkt Israels und nicht umgekehrt;) Der Trump ist ja ein Fuchs, dass er seinen Bossen die Hauptstadt anerkennt;)

  10. Unglaublich, was für ein Hass der Autorin hier aus den Kommentaren entgegenschlägt.
    Da scheint es ja längst nicht mehr um sachliche Argumente zu gehen.

    • Die Autorin selbst macht so gut wie keine sachlichen Argumente und bedient sich größtenteils anti-Israelischen Klischees. Bestenfalls ist sie naiv (hoffe ich), was sie allerdings für eine journalistische Laufbahn disqualifiziert, oder sie verpackt ihren Hass auf Israel als eine Art Erlebnisbericht.

    • Hier kann ich keinen „Hass“ erkennen. Die Kommentare sind durchweg sachlich gehalten, außer vielleicht der von Bernd, und beschreiben die tatsächliche Lage in Israel. Frau Priebe hat halt leider im Geschichtsunterricht nicht gut aufgepasst und glaubt offensichtlich auch der Berichterstattung der hiesigen Medien nicht. Leider heutzutage ein weitverbreitetes Phänomen.

  11. Es wird gezählt, wie häufig Jerusalem im Koran, der Thora und der Bibel vorkommt.
    ———-
    Im Koran kommt Jerusalem überhaupt nicht vor. Und Geschichtskenntnis ist nicht vorhanden. Man sieht es u.a. an diesem Satz: „Israel wurde gegründet, weil Juden vor allem im nationalsozialistischen Deutschland verfolgt und ermordet wurden.“ So argumentieren radikale palästinensische Araber und antworten darauf, daß sie aber nicht ihr Land dafür abzugeben hätten.

    Und was den Haß angeht, so spricht der aus jeder Zeile, die die Autorin schreibt.
    Auf meinem Blog gibt es reichlich Informationen. Bei Interesse bitte die passenden Begriffe in die Suchfunktion eingeben.

  12. Was für ein Hass, was für unsachliche Kommentare. Frau Priebe hat nur Tatsachen aufgeführt.
    Aber Israel scheint ja bei manchen sakrosankt zu sein. Dieses bedingungslose „Israel hat immer recht“ könnte so manchen wirklich zum Antisemiten machen, wenn er nötige Israel Kritik und Judenhass nicht unterscheiden kann. Auch das Verhältniss der Opfer auf beiden Seiten ist leider richtig. Ich wünsche bestimmt keinem Israeli etwas schlechtes, aber ich denke öfter wenn ich von Raketenangriffen der Hamas höre: „Ach ihr Dummköpfe, lasst das doch sein. Wer hat Euch denn den alten Mist angedreht? Ihr liefert Israel doch nur wieder einen Grund mit modernsten Waffen Eure Brüder, Frauen und Kinder zu töten indem irgendwelche „Hamas Stellungen“ angegriffen werden.“ Danke für diesen offenen und ehrlichen Beitrag unter dem Eindruck des „vor Ort seins“. Im übrigen sollten wir nie vergessen, Jesus war auch ein so etwas wie ein Palästinensischer Freiheitskämpfer.

  13. Auch ich bin verwundert einen solch einseitigen und Israel feindlichen Artikel bei der JU zu finden. Zu den vielen Fehlern möchte ich nur einen richtig stellen: Frau Priebe schreibt der Staat Israel wurde als Folge des Holocaust gegründet. Die Gründung Israels geht auf Vorgänge im 19. Jahrhundert zurück, zu nennen ist hier besonders Theodor Herzl, einer der Mitbegründer des politischen Zionismus. Salopp formuliert hatten die Juden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zwei Probleme. Einerseits gab es den Antisemitismus in vielen Facetten, als Beispiel sei die Affäre Dreyfus genannt. Andererseits assimilierten sich mehr und mehr Juden nach der Emanzipation die im Rahmen der Aufklärung nach und nach über Europa gekommen war. Herzel und andere dachten das die Juden nur in einem eigenen Staat als Juden überleben könnten. Es setzte eine Bewegung ein die schließlich fünfzig Jahre später zur Ausrufung des Staates Israel führte. Der Holocaust wirkte hier wie ein Katalysator in dem er diesen Prozess beschleunigte, war aber sicher nicht der Grund für die Staatenbildung.

  14. „Palästinenser sind nicht alle Hamas – die Wenigsten sind es sogar.“
    Was nichts daran ändert, dass die Hamas in GAZA die Macht hat, einen Terrorkrieg gegen Israel führt und von den vernünftigen Palästinensern nicht gestoppt wird. Israel hat sich 2005 aus GAZA zurückgezogen und als Dank einen neuen Krieg bekommen. Das kann man doch nicht ignorieren, nur weil man persönlich vernünftige Menschen kennengelernt hat.
    „Die Existenz Israels ist also in keiner Weise in Frage zu stellen und das wird von den Palästinensern, die ich kennen gelernt habe, auch nicht gemacht.“
    Das ist schön zu hören. Ich frage mich nur, warum es dann noch keinen einzigen Vorschlag von Abbas gegeben hat, wie er sich eine friedliche Zweistaatenlösung vorstellt. Das wäre doch eine Verhandlungsgrundlage auf deren Basis man um einen Interessenausgleich ringen könnte. Statt dessen sagt auch Abbas zu einer Zweistaatenlösung einfach nur nein.

    Das kann man doch nicht einfach ignorieren.

  15. Man muß einfach nur die störenden Fakten weglassen und schon kriegt man eine Darstellung, die einem besser gefällt:

    Sie vergessen zu erwähnen, daß 3/5 der Israelischen Juden Mittelöstliche Juden sind. Dies sind Entweder Juden die schon viele Generationen auf dem Territorium des heutigen Israels leben oder die Nachfahren jener indigenen Arabischen Juden, die von den umliegenden Muslimischen Staaten vertrieben wurden. z.B. rund 135.000 Iraqische Juden, rund 75.000 Juden aus Ägypten, rund 220.000 aus Marokko, rund 35.000 aus Libyen, rund 55.000 aus Yemen, rund 70.000 aus Tunesien, rund 140.000 aus Algerien…… Nicht alle flohen nach Israel, aber von den vertriebenen Juden waren’s rund 3/4 rund 650.000 von über 850.000 vertriebenen. Die restlichen gingen nach Nord- und Südamerika, Europa war verständlicherweise keine Alternative.
    Es gibt eine lange und entsetzliche Liste grausamer Übergriffe gegen die Sephardi und Mizrahi. Die Muslime haben ihr Morden nie industrialisiert, wie etwa die Deutschen, aber das gibt den Deutschen (einer wie Ihnen) kein Recht diese Grausamkeiten einfach unter den Tisch zu kehren. Es fängt mit den Pogromen von Basra im Jahr 1776 nicht wirklich an. Vielmehr war da das grausige Treiben schon in vollem Gang, nur haben wir davon die ersten schriftlichen Zeugnisse. Es sind allesamt Völkermordtatbestände, die die Araber/Muslime da gegen ihre indigenen Juden verübt haben. Und schließlich sind die geflohen. Die Arabischen Juden sind immer wieder geflohen.
    Wohin? Nach Israel, denn das ist ihre Heimat!
    Im 19ten Jahrhundert war die Gegend des heutigen Israsel weitgehend entvölkert und eine Halbwüste, so daß das Osmanische Reich ein Besiedelungsprogramm startete. Es wurden Muslime aus dem ganzen Kolonialreich zur Besiedelung angekarrt.
    So ein Vorgehen nennt man Kolonisation! Die Menschen, die dort von den Osmanen angekarrt wurden sind die Kolonisatoren. Auch die Arabischen Juden bekamen davon Wind und flohen zunehmend nach Israel, aber das war noch nicht der eigentliche Flüchtlingsstrom. Der setzte erst in den 1930er und 1940er Jahren ein. Eine Teilursache war auch die zunehmende Solidarisierung zwischen den Judenverfolgenden Nazis und den Judenverfolgenden Muslimen. Während in Europa der Krieg tobte, herrschten im heuten Israel bürgerkriegsartige Zustände und bereits im Jahr 1920 noch vor der Konferenz von Lausanne 1922-23 trennte Großbritannien Trans-Jordanien vom Mandatsgebiet ab um die Araber zu befrieden. Das mißlang!
    Die Konferenz von Lausanne gestattete den Juden völkerrechtlich verbindlich zwischen der Küste und dem Jordangraben zu siedeln und faßte die Balfour-Erklärung in einen völkerrechtlich verbindlichen Vertrag, der auch vom Rechtsnachfolger des Osmanischen Reiches unterzeichnet wurde! Damit erhielten die Juden ein sechshundertfünfundneunzigstel des zu verteilenden Osmanischen Kolonialreiches b.z.w. die Araber erhielten 694 mal mehr als die Juden obwohl sie nur 50 mal mehr Bevölkerung ausmachten.
    Es gibt keinen völkerrechtlich verbindlichen Vertrag, der dem widerspricht!
    Und es kam schließlich zur Peel-Commission und zur Woodhead-Commission, die schließlich drei verschiedene Partitionierungspläne für das restliche Gebiet, weil die Araber immer schlimmer hinlangten und die Zustände für die Britischen Mandatsstreitkräfte schwer tragbar wurden. Zudem sympatisierte die militärische Führung der Briten im Mandatsgebiet mit den Arabern.
    Nach der Woodhead-Commission kam die St. James Konference und die scheiterte fulminant. Zunächst weigerten sich die Araber schon mal sich überhaupt mit den Juden an einen Tisch zu setzen, dann lehnten die Araber alle drei Partitionierungspläne ab, während die Juden einen annahmen. Die Konferenz wahr gescheitert und die Briten beschlossen einen vierten Partitionierungsplan ohne die beiden Konfliktparteien zu erarbeiten und umzusetzen, aber dazu kam es zunächst nicht mehr, denn der 2. Weltkrieg begann.
    Bis zu diesem Zeitpunkt sprechen wir über die Folgen des 1. Weltkrieges, bei dem das Osmanische Reich eine Kriegspartei war.
    Nach dem 2. Weltkrieg kam es schließlich am 29. November 1947 zur UN-Resolution 181.
    Nur zur Info, völkerrechtlich ist eine UN-Resolution nicht bindend. Sie hat nur empfehlenden Charakter. Die Araber lehnten die sie geschlossen ab und tags darauf begann der Arabisch-Jüdische Bürgerkrieg, indem die Araber anfingen erst mal einen Bus mit Juden anzuhalten und alle auf der Straße zu erschießen, dann wurde in Jüdische Wohnviertel geschossen…… knapp 6 Monate Später rief David Ben Gurion den Staat Israel aus und zwar am 14. Mai 1948. Etwa 8 Stunden später überfielen 7 Arabische Staaten den eben gegründeten Jüdischen Staat, um diesen gleich wieder zu vernichten: Libanon, Syrien, Trans-Jordanien, Iraq, Saudi Arabien, Ägypten und Yemen. Sie drängten die Araber, die Kolonisatoren, das Gebiet zu verlassen, bis der Staat Israel vernichtet sei, dann könnten sie alle zurückkehren.
    Dazu kam’s aber nicht.
    Zu diesem Zeitpunkt gab’s kein Palästinensisches Volk. das wurde erst im Jahr 1964 erfunden.

    Die Juden sind das indigene Volk Israel’s, egal wie Sie das Land nennen. Über den gesamten Zeitraum von 70, der Zerstörung des 2. Tempels bis heute haben dort ununterbrochen Juden gelebt. Die Juden haben ihre Sprache, ihre Kultur und über 2000 Jahre, egal wo sie in der Diaspora waren, ihren Bezug zu diesem Land und zu Yerushalayim (Jerusalem) als ihre Hauptstadt behalten.

    • Informativer Beitrag, danke. Aber die deutsche Jugend weiß ja auch nix über die eigene Geschichte, wie sollte sie da etwas über israelische Geschichte wissen. Deutsche haben zu allem eine Meinung, aber von nix eine Ahnung. Insofern sei der Autorin verziehen, sie wird eine typische deutsche Politikerin werden, wie Angela Merkel.

  16. Das Palästinesertuch ist nicht so schlimm, viel schlimmer finde ich die Perlenohrringe, die sie trägt. Wie kann man von 75 % Armut schreiben und sich dann mit Perlenohrringen fotografieren lassen?

  17. Bei der gerechtfertigten Kritik an einigen polemisch zugespitzten Aussagen (Die Differenzierung Israels als Außenposten der USA z.B. ) finde ich es sehr bedauernswert mit welcher plumpen Boshaftigkeit, mit was für einem Shitstorm auf eine nicht etwa antisemitischen Hetzrede, wie es die WELT in ihrem Artikel darstellt, sondern auf einen fundierten Meinungsbeitrag, der sich auf Zahlen und Fakten bezieht und Quellen benennt. Es werden Aussagen getroffen (Aussagen, die in vielen Kommentaren und auch im WELT-Artikel angeprangert werden) die sowohl von der UN, als auch von der Bundesregierung getragen werden. So stellt der Text in Übereinstimmung mit internationalem Recht fest, dass der Status Jerusalems eben noch im Rahmen eines Friedensprozesses, der eine Zweistaatenlösung zum Ziel hat geklärt werden muss. Eine entsprechende Stellungnahme der Bundesregierung findet man hier: https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2017/12/2017-12-06-nahost-konflikt-jerusalem.html.
    Der Text spricht sich des Weiteren gegen eine Ausbreitung des israelischen Staates aus, ohne dabei sein Existenzrecht zu negieren, und meint dabei den Siedlungsbau in den besetzten Gebieten -einschliesslich- Ost-Jersualems. Diese Meinung wurde zuletzt im Dezember 2016 durch den UN-Sicherheitsrat bei nur einer Enthaltung bestätigt. (http://www.un.org/depts/german/sr/sr_16/sr2334.pdf)

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